Die kirchliche Trauung

Nach dem Dichter Antoine de Saint-Exupéry besteht die Liebe nicht darin, dass man einander in die Augen schaut, sondern dass man gemeinsam in dieselbe Richtung blickt. Nun, das eine soll das andere gewiss nicht ausschliessen. Aber je länger Liebende miteinander auf dem Weg sind, desto eher bemerken sie: wir brauchen ein gemeinsames Woher und Wohin unserer Liebe, eine Quelle, die unsere Beziehung nährt und stärkt. Wir suchen Verbindlichkeit und möchten öffentlich zeigen: Wir gehören zusammen und möchten beisammen bleiben.

 

Die standesamtliche Trauung stellt die Partnerschaft auf eine rechtliche Grundlage. Viele Paare wünschen sich bei diesem Schritt auch den Segen Gottes. Denn gemeinsam einen Weg zu gehen, ist immer ein Wagnis. Dass Menschen da sind, dass letztlich eine gütige Macht als Ermutigung und Orientierung da ist, schenkt Zuversicht und stärkt das Vertrauen.

 

Wie ein untrüglicher Kompass können Worte der Bibel uns begleiten: Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei. Die grösste unter ihnen aber ist die Liebe. (1. Kor. 13.13) Die kirchliche Trauung rechnet mit dem Kraftfeld dieser ewigen Liebe: für die eheliche Liebe ist sie, recht verstanden, eine unerschöpfliche Quelle. Denn nicht selten scheitern Beziehungen daran, dass Liebende sich gegenseitig überfordern. Sie können einander Gehilfen (1. Mose 2.18) sein, nicht aber Garanten für dauerndes Glück.

 

Die kirchliche Trauung ist eine gottesdienstliche Feier, der die zivile Trauung vorausgeht. Der Traugottesdienst feiert das Zusammenleben zweier Menschen, spricht von der Verantwortung der Partner füreinander und bittet um den Segen Gottes. Im Segen kommt zum Ausdruck, dass das Gelingen einer Partnerschaft bei allem persönlichen Einsatz doch immer auch ein Geschenk bleibt.

 

Im Eheversprechen bringen die Brautleute ihre Erwartungen, Hoffnungen und Wünsche zum Ausdruck und versprechen sich gegenseitig, einander zu achten, treu zu sein, zu vertrauen und zu vergeben. Die Heirat ist etwas sehr Persönliches. In der Trauung bekommt aber dieses private Geschehen etwas Öffentliches: Verwandte, Angehörige, Freunde nehmen begleitend Anteil.

 

Für die Vorbereitung der Hochzeitsfeier ist es wichtig, möglichst frühzeitig mit dem Pfarramt am Wohnort Kontakt aufzunehmen. Ist bereits klar, welcher Pfarrer, welche Pfarrerin die Feier gestalten und durchführen wird, sollte man sich rechtzeitig mit ihnen in Verbindung zu setzen. Auch Fragen betreffend musikalische Gestaltung, Blumenschmuck, Fotografieren und Filmen muss man  klären.

 

Die Kirchen am Wohnort können üblicherweise kostenlos benützt werden. Beliebte Hochzeitskirchen sollte man frühzeitig reservieren, da sie manchmal schon auf lange Zeit hinaus belegt sind.

 

Im Traugespräch zwischen den Brautleuten und dem/der Gottesdienstverantwortlichen werden inhaltliche und formale Fragen für die kirchliche Feier besprochen. Dabei kann man auch erfahren, warum das Brautpaar eine kirchliche Trauung wünscht, was sie einander versprechen wollen oder was sie von der Feier erwarten. All das kann viel beitragen zu einem Gottesdienst, der nahe bei den Menschen ist.

 

Die kirchliche Trauung eines konfessionsverschiedenen Paares als ökumenische Feier ist seit langem möglich. Dazu geben die zuständigen Pfarrämter gerne Auskunft.

 

Wie alles Wichtige im Leben muss auch die Liebe gepflegt werden. Unsere Landeskirchen bieten Kurse an für Paare, die sich trauen. Für Eheleute, die in eine Krise geraten sind, haben die Seelsorger/innen jederzeit ein offenes Ohr.

Auf einen Blick

Ansprechsperson

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Rechtliche Regelung

Aufgeführt im Abschnitt 5a der Kirchenordnung
(KGS 5.2, §§ 56-61).

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