Die Taufe

„Drei Dinge sind uns aus dem Paradies geblieben: Die Sterne der Nacht, die Blumen des Tages und die Augen der Kinder.“ Nach diesem Wort des grossen Dichter Dante Alighieri lebt in den Kinderaugen ein Abglanz aus dem Paradies. Wir wissen, dass dieser Abglanz mit der Zeit verblasst. Das Kind wächst in eine Welt hinein, in der es kaum paradiesisch zugeht. Dennoch erfüllt uns die Sehnsucht, dass von jenem Paradiesischen, Reinen, Unzerstörbaren etwas bewahrt bleiben möge in unserer Seele. 

Die Taufe macht uns gewiss: jedes Leben gehört von Anfang an nicht nur der Welt mit ihren Sachzwängen. Jeder Mensch trägt in sich eine unantastbare Würde, gleichgültig wie begabt, nützlich oder unbrauchbar er für die Gesellschaft ist. Als Getaufte rechnen wir damit, dass wir immer auch mit der Wirklichkeit Gottes verbunden sind. In welchem Masse wir Gott in unserm Leben dann wirken lassen, ist wieder eine andere Frage. 

In unseren Landeskirchen findet die Taufe üblicherweise am Beginn des Lebens statt. Die Säuglingstaufe zeigt eindrücklich: Gottes Liebe gilt bedingungslos. So ein kleines Menschenwesen verfügt noch über keine Leistungsausweise. Aber in der Taufe verbündet Gott sich mit ihm genauso unverbrüchlich wie mit einem Erwachsenen, der sich taufen lässt. 

 

Bei der Taufe berührt die Pfarrerin/der Pfarrer die Stirn des Täuflings dreimal mit Wasser unter den Worten: Ich taufe dich auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Das Wasser hat eine weitläufige symbolische Bedeutung: Wasser reinigt, erfrischt, trägt und birgt Energie, wie jedes Wasserkraftwerk zeigt. Die Taufe ist nicht nur ein Zuspruch, sondern auch ein Anspruch: lebe als getaufter Mensch verbunden mit Christus und mit den Glaubenden! Das erfrischt die Seele, trägt dich in schwierigen Zeiten und gibt dir neue Kraft für den Alltag. 

Die Nennung des dreieinigen Gottes meint dreierlei: Vater steht für den väterlich-mütterlichen Hintergrund allen Daseins; der Mensch ist kein Zufallsprodukt. Im Sohn, in Jesus Christus, teilt Gott mit uns das Leben mit all seinen Licht- und Schattenseiten. Und im Heiligen Geist treibt Gott uns jenem Ziel entgegen, wo wir ganz uns selber und deshalb ganz in Gott sein werden.

 

Häufig wird auch für den Täufling an der Osterkerze die Taufkerze angezündet und mit einem Taufspruch den Eltern übergeben: ein sinnfälliges Zeichen dafür, dass Gott in seinem Wort Licht und Wärme ins Leben des Getauften bringen will. 

Durch die Taufe werden die Menschen in die christliche Kirche aufgenommen und gehören zur weltweiten Gemeinde Jesu. Deshalb wird die Taufe nicht im privaten Familienkreis, sondern üblicherweise im Gottesdienst der Kirche vollzogen. Die versammelte Gemeinde gehört dazu.

 

Die Taufe ist ein einmaliges Geschehen. Sie wird nicht wiederholt, auch dann nicht, wenn jemand sich später einer anderen Konfession anschliessen will. Es ist sinnvoll, sich immer wieder an seine Taufe zu erinnern. Dazu dienen der Taufschein, die Taufkerze und auch Tauferinnerungsfeiern, die in einigen Kirchen um die Osterzeit angeboten werden.

 

Eltern und Paten verpflichten sich, das Ihre zu tun, um das Kind zum christlichen Glauben zu leiten. Mindestens ein Elternteil muss der Evangelischen Landeskirche angehören. Gotte und Götti unterstützen die Eltern. Eltern, die ihrem Kind die Entscheidung über die Zugehörigkeit zu einer Kirche selbst überlassen wollen, können ihr Kind auch segnen lassen. Im Taufgespräch können alle Einzelheiten besprochen werden.

Auf einen Blick

Ansprechsperson

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Taufspruch

Eine Auswahl an kommentierten Taufsprüchen finden Sie unter:
www.taufspruch.de

Rechtliche Regelung

Aufgeführt im Abschnitt 4a der Kirchenordnung
(KGS 5.2, §§ 42-49).

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