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Montag, 07. August 2017 19:13 Alter: 75 days

Sprechen können über Religion bereichert

Kategorie: Fachstelle Religionsunterricht, Amt für Information

Am 1. August hat Pfarrer Tobias Arni aus Märstetten die Leitung der landeskirchlichen Fachstelle Religionsunterricht übernommen. Die Umsetzung des neuen Lehrplans der Volksschule und Auswirkungen auf den Religionsunterricht werden den Praktiker beschäftigen.

Tobias Arni mit Kater Mauzi: „Die Giraffe in unserem Garten hat auch symbolischen Charakter: Giraffen haben den Überblick und das grösste Herz.“

Seit seiner Anstellung zum 1. August 2017 als Fachstellenleiter für Religionsunterricht in Frauenfeld ist Pfarrer Tobias Arni zuständig für die Ausbildung der Katechetinnen und Katecheten. Arni spricht zwar lieber von Religionslehrkräften: „denn unter dem Begriff Katechetik können sich nur wenige etwas Konkretes vorstellen.“ Zusammen mit Jmerio Pianari und noch bis Herbst mit dem bisherigen Fachstellenleiter Alfred Stumpf, wird Arni gute Voraussetzungen schaffen, dass die Thurgauer Landeskirche auch in Zukunft Gewähr für eine gute Ausbildung bietet. Stumpf, der seit 25 Jahren die landeskirchliche Katechetik-Ausbildung mitprägte, wird im Oktober dieses Jahres pensioniert.

Mann der Praxis
Arni kennt die Thurgauer Schullandschaft und verfügt über gute Kontakte, auch zu Lehrkräften. Sein Theologiestudium hat sich der in Kreuzlingen ausgebildete Primarlehrer mit Unterrichts-Stellvertretungen auf allen Stufen finanziert. Der Vater von zwei Kindern wirkte 12 Jahre als Gemeindepfarrer in Aadorf-Aawangen. In diese Zeit fiel auch sein Ergänzungsstudium Religionspädagogik, bevor er als Chefredaktor und theologischer Berater für den KiK-Verband -Kind in der Kirche- die Grundlagen für die Sonntagsschul- und Kindergottesdienstarbeit in den Deutschschweizer Landeskirchen erarbeitete. Bis zum Stellenwechsel war Arni Spitalseelsorger an der Psychiatrischen Klinik in Münsterlingen. „Ich komme aus der Praxis. Meine nächste persönliche Herausforderung ist weniger die inhaltliche Materie, vermehrt das Wiedereintauchen in die Theorie.“ Den Praxisbezug zum Unterricht wird der Religionspädagoge nicht verlieren. Sein Teilzeitpensum als Religionslehrer an der PMS Kreuzlingen behält Arni bei. Und die Praxisbesuche der auszubildenden Religionslehrkräfte führen ihn wieder zurück in die Klassenzimmer.

Paradigmenwechsel
Religiöse Entwicklung findet in jedem Alter statt, weiss der Stellenleiter. Sinnfragen bewegen Kinder und Jugendliche im besonderen Mass. Der Religionsunterricht ist ein Anknüpfungspunkt, diese zur Sprache zu bringen. „Religionsunterricht muss für mich die Möglichkeit schaffen, das auszudrücken, was uns verbindet mit dem, was über uns steht.“, erklärt Arni und weist auf einen Paradigmenwechsel hin. Wurde früher das Augenmerk auf die richtige Antwort gelegt, fokussiere der Religionsunterricht heute stärker auf ein Begleiten und gemeinsam Wege zu gehen. „Religionslehrkräfte, die andere mit ihrer eigenen Begeisterung für Glaubensfragen motivieren können, sind Multiplikatoren. Sie sollen und wollen und dazu befähigen, eigene Glaubensüberzeugungen zu finden.“ In der Fähigkeit sich religiös ausdrücken zu können, sieht Arni eine wertvolle Bereicherung: „Es erweitert das Menschsein. So wie das Erlernen eines zusätzlichen Musikinstrumentes die Gestaltungsmöglichkeit im Konzert erhöht.“

Methodenvielfalt
Die Umsetzung des Lehrplan 21 an den staatlichen Schulen ist kompetenzorientiert. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an den Religionsunterricht. Eine Herausforderung wird es sein, im Spannungsfeld zum stofforientierten Lehrplan des konfessionellen Religionsunterrichts einen gangbaren Weg mit der Schule zu finden. Dank des bereits sehr hohen Ausbildungsniveaus der Thurgauer Landeskirche ist Arni zuversichtlich, diesen Kraftakt zu meistern. Der Praktiker mahnt jedoch, sich nicht in der Vielfalt der Unterrichtsmethoden zu verlieren: „Nicht jede religionspädagogische Methode eignet sich für jedes Kind und auch nicht für jedes Thema.
Der Stoff kann immer nur Mittel sein, die persönliche Glaubensbeziehung zu fördern“. Eine stimmige Chemie sei die Hauptsache. Gefordert beim Unterricht werden die Religionslehrkräfte auch durch das altersdurchmischte Lernen oder integrierte Lernen mit Klassenassistenz. Bedeutung kommt auch dem heilpädagogischen Religions-Unterricht für Kinder mit besonderen Bedürfnissen bei. In den heilpädagogischen Schulen wird ab dem Schuljahr 2017/2018 gesamtschweizerisch mit dem neuen ökumenischen Lehrmittel gearbeitet.

Elternarbeit und Pfarrfortbildung
Ein wichtiges Anliegen ist Arni die Elternarbeit der Katechetinnen und Katecheten: „Die religiöse Erziehung liegt primär in den Händen der Eltern, also wollen wir sie mit ins Boot holen.“ Der neue Fachstellen-Leiter steht auch den Kirchgemeinden als Ansprechpartner oder Referent zur Verfügung. Bei den Weiterbildungsangeboten spielt Arni mit dem Gedanken, eine separate religionspädagogische Weiterbildungsmöglichkeit anzubieten, die ausschliesslich gedacht ist für Pfarrpersonen, die Religions- und Konfirmandenunterricht geben.

Am 24. August 2017 findet in Weinfelden eine Infoveranstaltung über die Ausbildung „Religionsunterricht auf Primarstufe“ statt. Anmeldeschluss für die im November beginnende Ausbildung ist der 27. September 2017.

Brunhilde Bergmann




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