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Montag, 12. Juni 2017 12:44 Alter: 132 days

Ein fröhliches Fest

Kategorie: Amt für Information

Das Motto „gemeinsam Feiern“ setzten die 2200 bis 2300 Gäste des Thurgauer Kirchensonntags in Egnach fröhlich um. Das bunte Nachmittags- und Rahmenprogramm bot dazu viel Gelegenheit.

Regierungsrat Walter Schönholzer hilft Martin Luther (Schauspieler Eric Wehrlin) beim Anschlag der Thurgauer Thesen zur Zukunft der Kirche.

„Wie geht’s, was macht die Familie?“ Der Kirchensonntag bot viel Gelegenheit, alte Bekannte wiederzutreffen. Im Schatten unter dem Baum, beim Kaffee und Kuchen oder beim Mittagessen im Festzelt. Wenn sich Pfarrer und Pfarrerinnen fast die Finger verbrannten, dann nicht, weil sie sich bei der Kirchenbasis unbeliebt machten. Im Gegenteil. Sie servierten der Festgemeinde zum Mittagessen heisse Gemüselasagne.


Luthers Blitzidee
Humorvoll und unangepasst trat Martin Luther, gespielt von Schauspieler Eric Wehrlin, auf. Lieber als auf der ihm zugedachten Bühne stand er mitten im Volk auf den Festbänken. Als Junker Martinus und als Martin Luther gab Einblick über das Leben und Anliegen des Reformators: „Die Reformation ist eine Blitzidee, geboren aus einem Gelübde im Gewitter.“ Auf den gnädigen Gott aus der Bibel aufmerksam zu machen in einer Sprache die alle verstehen, sei brandgefährlich. Bissig ironisch präsentierte Wehrlin seine in die Gegenwart übertragene, babylonische Sprachverwirrung. „Stopp“ sei das einzige Wort, das alle verstehen. „Doch ich sehe eine Zukunft für die Kirche. Dann, wenn sie gründlich auf den Kopf gestellt wird.“


Kinder Programm
Die rund 200 Kinder waren begeistert vom umfangreichen Kinderprogramm. Fast alle der 16 Thurgauer CEVI Gruppen beteiligten sich und boten Aktivitäten wie Bogenschiessen, Basteln, Hüpfburg oder Schlangenbrot backen. Cevi-Leiter Daniel half einem Mädchen, das sich beim Baumklettern nicht mehr herunter traute, beim Abseilen. Ein Knirps meinte trocken: „Ich bin halt ein Fliegengewicht, aber kein Angsthase!“ Zuschauermagnet für die Kinder und ihre Eltern war Kinderliedermacher Andrew Bond. Er riss sein junges Publikum mit zum Singen und Bewegen. „Dass Kirche nicht mit marktschreierischer PR-Arbeit auf sich aufmerksam macht, sondern sich seelsorgerlich um Mitmenschen kümmert und ihr gemeinnütziges Engagement selbstlos in den Dienst des Nächsten stellt.“, antwortete Kinderliedermacher Andrew Bond auf die Frage was ihn optimistisch für die Zukunft der Kirche stimmt. Dies spüre er besonders in der Arbeit mit Kindern. Mit begeisternden Hipp-Hopp Vorführungen gaben die Mädchentanzgruppen Roundabout Einblick in einen Teil der Mädchenarbeit vom Blauen Kreuz.


Pfarrausbildung in Sabah
Sehr gross war das Interesse am Nachmittags-Workshop mit dem Gast aus Malaysia Prof. Wilfred John Sundaraj über die Situation der Christen in Sabah/Malaysia. Der Leiter vom „Sabah Theological Seminary“, an dem die Pfarrerinnen und Pfarrer für die ganze Region ausgebildet werden, beantwortete viele Fragen. Ob es keine Probleme mit Meinungsverschiedenheiten unter den Trägerkirchen gebe, wenn die Hochschule von neun protestantischen Kirchen unterschiedlicher Konfessionen betrieben werde? „Nein, wir leben Einheit unter den Christen, nicht Einheitlichkeit. Perspektivenwechsel ist ein Vorteil, deshalb lehren wir die unterschiedlichen Standpunkte von Zwingli, Luther und Calvin.“ Sundaraj dankte und erklärte: „Wir haben viele jungen Menschen, die trotz der schwierigen Bedingungen für Christen im islamischen Umfeld bereit sind für die Pfarrausbildung. Doch uns fehlt Geld, ihnen das vierjährige Studium zu ermöglichen.“


Liederbuch Rückenwind
Erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde das neue, von der Landeskirche herausgegebene Zusatzgesangbuch „Rückenwind“ mit Liedern aus der kirchlichen Popularmusik. Alle Lieder, die im Gottesdienst von der Gemeinde mitgesungen und von der Kirchensonntags-Band begleitet wurden stammten daraus. So auch „Überall isch Gott" von Andrew Bond, das er gleich selber mit der Gemeinde einübte. Das Thurgauer Pfarrchörli mit 10 Pfarrern und acht Pfarrerinnen präsentierte im Nachmittagsprogramm weitere Rückenwind-Lieder.
„Wir haben rund 300 Exemplar verkauft“, freute sich Kirchenrätin Gerda Schärer. „Nach dem Gottesdienst setzte ein richtiger Run am Verkaufsstand ein.“ Mit dem Zusatzgesangbuch erweitert die Landeskirche ihr offizielles Liederrepertoire um den Gemeinden einen gemeinsamen Grundstock zu bieten, der über lokale Grenzen hinaus verbindet. Ab sofort kann man das Gesangbuch im Buchhandel beziehen.


Brunhilde Bergmann




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