Die offizielle Thurgauer Delegation mit Kirchenratspräsidentin Christina Aus der Au (Mitte) im Innenhof des päpstlichen Palastes. Bild: Claudia Koch
Die offizielle Thurgauer Delegation mit Kirchenratspräsidentin Christina Aus der Au (Mitte) im Innenhof des päpstlichen Palastes. Bild: Claudia Koch
Ein einmaliges Erlebnis mit unglaublichen Dimensionen und eindrücklichen Begegnungen. So lautet das Fazit von Thurgauer Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Landeskirchen wie auch von Fans der Schweizergarde. Beim Thurgauer Auftaktapéro am 5. Mai begrüsste der Kommandant der Schweizergarde Christoph Graf die Anwesenden des Gastkantons Thurgau mit der Aufforderung: «Nutzen Sie die Gelegenheit, hinter die Mauern zu schauen.» Regierungspräsident Dominik Diezi freute sich mit dem Kanton Thurgau seine Referenz zu erweisen und mitzugestalten. Bei der anschliessenden Kranzniederlegung wurde den 147 Schweizergardisten gedacht, die 1527 beim «Sacco di Roma», der Plünderung Roms, ihr Leben verloren.
Stimmung mit der Jugendmusikschule Kreuzlingen
Der Tag der eigentlichen Feierlichkeiten am 6. Mai startete früh um 7.30 Uhr im Petersdom mit der Heiligen Messe für die neuen Schweizergardisten, zelebriert von Kardinal Pietro Parolin. Musikalisch wurde die Messe von Thurgauer Solistinnen und Solisten bereichert. Danach strömten die Gäste hinaus auf den gut gefüllten Petersplatz zur Generalaudienz des Papstes. Der Bibeltext wurde in acht verschiedenen Sprachen vorgetragen und frenetisch von den jeweiligen Sprachgruppen bejubelt. Musikalisch sorgt die Kreuzlinger Jugendmusikschule wie tags zuvor für gute Stimmung. Auf dem Rundgang durch die Vatikanischen Gärten erfuhr man Internas über das Leben eines Schweizer Gardisten. Endlich näherte sich der grosse Augenblick für die jungen Schweizer, die in vier Landessprachen laut und ernsthaft ihren Schwur vorbrachten. Eine Zeremonie mit absoluter Präzision und Disziplin.
Stolz auf den Thurgau
Letztere bewunderte SP-Politikerin Marina Bruggmann, die überwältigt war von der Vereidigung sowie von den Menschenmassen. «Papst Leo hat einen sympathischen Eindruck hinterlassen, weil er nah bei den Menschen ist», so die Kantonsrätin. Auch Grossratspräsident René Walther ist schwer beeindruckt. Was der FDP-Politiker mit nach Hause nimmt? «Demut, wie auch Stolz auf den Thurgau und die Schweiz als Brückenbauerin.» Für EKS-Präsidentin Rita Famos wie auch für Kirchenratspräsidentin Christina Aus der Au, steht die Ambivalenz im Raum. Drinnen Macht und Prunk, draussen Obdachlose, wie Aus der Au in ihrem Blog treffend beschreibt. Das Verbindende und Positive, das beiden Frauen bleibt, ist die Weltkirche.