«Frisch gebackene» Religionslehrpersonen gefeiert

In der evangelischen Kirche Amriswil erhielten am 30. Juni 2024 in einem feierlichen Gottesdienst fünf Frauen und ein Mann nach dreijähriger Ausbildung das Diplom als Katechetinnen und Katechet.

Vorne, v. l. n. r.: Micha Bacher, Petra Kupferschmid, Martina Hager, Katja Schwarz, Anna Halbeisen, Tabea Stolz Hinten Kirchenrätin und Ausbildende, v. l. n. r.: Jmerio Pianari, Mirjam Loos, Lisa Schmid, Ruth Pfister, Caren Algner, Rolf Meierhöfer Bilder: Liliane Germann

Der Sonntagsgottesdienst bot den festlichen und feierlichen Rahmen für diese schöne Feier. Dabei begrüssten Pfarrer Lukas Butscher und Mirjam Loos, Fachstellenleiterin Religionsunterricht der Evangelischen Landeskirche des Kantons Thurgau, mit Freude die neuen Katechetinnen und den Katecheten sowie die ganze Festgemeinde. Die neuen Katechetiklehrpersonen, ihre Ausbildenden und die Verantwortlichen aus Amriswil gestalteten gemeinsam den Gottesdienst. Auch der Kirchenchor berührte mit seinem Gesang. Das Lied «Seine Hand hält mich und gibt mir Kraft» und weitere Lieder, sangen sie direkt in die Seelen der Anwesenden hinein.

Die Arbeit im Weinberg braucht uns alle
Seiner Predigt legte Pfarrer Lukas Butscher den Text «von der Aussendung der Zwölf» aus Matthäus 10 zugrunde. Er stellte einen Bezug zur aktuellen Fussball-WM her, wobei, wie er bemerkte, die neuen Katechetinnen und der Katechet nicht auf den Rasen, sondern in den Weinberg geschickt werden. Pfarrer Butscher mutmasste, dass es einigen von uns vielleicht leichter fällt, sich mit der Fussballnationalmannschaft zu identifizieren, als mit der Frohen Botschaft. Dabei sei doch diese Botschaft viel wichtiger. Die gute Nachricht erhält ihren Wert vom Absender und nicht zwingend von den Empfängern her, daher benötigt sie keinen Applaus.

Gleichzeitig klug und ohne Falsch
In der Schule ist der Religionsunterricht bestenfalls ein Nebenfach und kommt von der Wichtigkeit her nach allen anderen Fächern. Für die Religionsunterrichtenden ist dies eine Herausforderung. In diesem Zusammenhang verglich Pfarrer Butscher die Religionslehrpersonen (und uns alle) mit Schafen, die manchmal unter die Wölfe geschickt werden. Als sanftmütige Schafe gilt es, gleichzeitig – wie es im Bibeltext steht – auch «klug wie die Schlangen» und «ohne Falsch wie die Tauben» zu sein. Doch was heisst das genau? Darauf gibt es wohl so viele Antworten, wie es Sichtweisen gibt. Wir alle sind aufgerufen, mit unserer Verschiedenartigkeit hinauszugehen, um den Weinberg gut zu bestellen. Es braucht jeden von uns, damit die Arbeit getan werden kann. Es braucht die sechs «frisch gebackenen» Religionslehrpersonen plus zwei, nämlich auch dich und mich, wie Pfarrer Butscher am Schluss der Predigt feststellte. 

Ansprache von Kirchenrätin Ruth Pfister
In ihrer Ansprache dankte Kirchenrätin Ruth Pfister allen Ausbildenden für ihren Einsatz während der letzten drei Jahre. Die neuen Katechetinnen und der Katechet haben in der Ausbildung viel gelernt, ihren Horizont erweitert und bereits praktische Erfahrungen gemacht. So haben sie erfahren, wo die Herausforderungen und Chancen im Religionsunterricht liegen können. Dabei ist es wichtig, wie Ruth Pfister betonte, bei den Kindern Kopf, Herz und Hand anzusprechen und das weiterzugeben, was den Religionslehrpersonen selbst wichtig ist. Die eigene Überzeugung und Dankbarkeit gegenüber Gott strahlt aus und kann so auch die Herzen der Kinder erreichen. Die Diplomandinnen und der Diplomand erhielten gegen Ende des Gottesdienstes mit Applaus ihr wohlverdientes Diplom sowie eine schöne Rose. Als Ausklang des Festgottesdienstes gab es noch einen Apéro riche, spendiert von der Kantonalkirche.