Kirchenratspräsidentin Christina Aus der Au referiert zum Thema KI und Kirche. Bilder: Claudia Koch
Kirchenratspräsidentin Christina Aus der Au referiert zum Thema KI und Kirche. Bilder: Claudia Koch
«KI ist kein denkendes Wesen, spürt nichts und glaubt nichts», sagte Kirchenratspräsidentin Christina Aus der Au zu Beginn ihres Referats. KI arbeitet nur statistisch und kennt keinen Wahrheitsgehalt. Es gebe drei Arten der KI: Die analytische KI wird für den Verkehr, für die Medizin oder für die Klimaforschung eingesetzt. Mit der generativen KI können via ChatGPT oder Copilot Bilder, Texte und Konzepte erstellt werden. Die agentic KI ist entscheidungsunterstützend, macht Priorisierungen und kann z. B. für Bewerbungen eingesetzt werden. Und der grosse Nutzen daran ist: KI liefert schnelle Resultate und hilft, Zeit zu sparen. Die Risiken liegen jedoch darin, dass KI die Beziehungen zu Menschen aber auch zu Gott verändert. Denn KI ist immer verfügbar, ein scheinbares Gegenüber, das jedoch das alter ego, das andere Ich, widerspiegelt. «Deshalb müssen wir als Kirche KI im Auge behalten, nicht ängstlich, aber achtsam», sagte Aus der Au. Und es gelte, Einspruch zu erheben, in Wort und in Tat.
«Schlaue» Antworten von KI
Kirchenrätin Ruth Pfister erklärte, wie KI im Ressort Kirche, Kinder und Jugend für die Ausbildung oder Vorbereitung genutzt wird. «Es gibt Chancen und Risiken. Aber KI ersetzt keine Beziehung», betonte Pfister. Kirchenrat Pfarrer Samuel Kienast berichtete von Seelsorgeanfragen, die er an KI gestellt hat. «Ich war positiv überrascht über die schlauen Antworten», so Kienast. KI wird laut Kirchenrätin Gerda Schärer auch in der Kirchenmusik genutzt. Ein besonderes Augenmerk gelte es, auf KI generierte Musik zu haben. Im Asylwesen ist laut Schärer KI hilfreich bei der Übersetzung von Sprachen. Kirchenrat Pfarrer Paul Wellauer erklärte, wie Diakonie Schweiz zusammen mit Studierenden Informationen zur Diakonieausbildung mittels KI bereitstellt.
Danach wurden alle Gäste eingeladen, in einem WorldCafé 10 Thesen zum Thema KI und Kirche zu diskutieren. Vor dem verdienten Apéro ermittelte Kirchenmusiker Dieter Wagner mit dem Mentimeter das beliebteste Kirchenlied im Raum. Gewählt und gesungen wurde das Kirchenlied 603 «Bleib bei mir, Herr, der Abend bricht herein».