Auch die fachgerechte Reanimation wurde geübt. Bild: Claudia Koch
Auch die fachgerechte Reanimation wurde geübt. Bild: Claudia Koch
Sicher im Dienst – Souverän im Dialog. Das Motto der erstmals stattfindenden Tagung war Programm. In drei Workshops konnten die 40 Thurgauer Mesmerinnen und Mesmer angeleitet von Fachleuten ihr Wissen auffrischen und vertiefen. Denn als Mesmerin oder Mesmer ist man auf verschiedenen Ebenen gefordert. Wie gehe ich mit neugierigen Fragen um, ohne unhöflich zu sein? Wie handle ich ein einem medizinischen Notfall und wie reagiere ich, wenn ein Brand im Kirchenraum ausbricht?
Einfühlsam zuhören
Mesmerinnen und Mesmer sind oft die ersten Ansprechpersonen beispielsweise bei einer Hochzeit oder einer Trauerfeier. Bei letzterer gilt es, die passenden Worte zu finden. «Einfühlsam zuhören und die Regungen des Herzens in Worte fassen», sagte Pfarrer Markus Aeschlimann im Workshop Kommunikation. Pfarrerin Elisabeth Jahrstorfer fügte später an: «Die Pfarrpersonen sind keine Nachrichtenzentrale für Dorfklatsch.» Die beiden pensionierten Pfarrpersonen konnten aus ihrem reichen Erfahrungsschatz schöpfen und mit anschaulichen Beispielen aufwarten. «Für klare Kommunikation muss man zuerst klären», sagte Aeschlimann. Auch soll man die eigene Position klären: Worauf muss ich bei diesem Anlass mein Augenmerk werfen und was ist meine Aufgabe?
Seitenlage und Brände löschen
Einen Stock tiefer im Kirchgemeindehaus in Weinfelden wurde die korrekte Seitenlage geübt. Zuerst zeigte der Instruktor, worauf geachtet werden muss, danach übten die Teilnehmenden in Zweiergruppen. Dabei zeigte sich, dass die richtige Handhabung nicht immer so einfach ist, was für Gelächter sorgte. Auf dem Parkplatz instruierte ein weiterer Instruktor den richtigen Umgang mit einem Feuerlöscher oder einer Löschdecke. Eine explodierende Campinggasflasche sorgte für einen unglaublich lauten Knall und 1 dl Wasser mit Öl entzündete sich um das 1700-fache zu einer riesigen Flamme.
Regelmässige Übungen sind hilfreich
Für Uschy Stammbach, Mesmerin im achten Jahr in Neukirch an der Thur, waren die verschiedenen Stationen sehr hilfreich. Sie würde eine solche Tagung wieder besuchen. «Die Nothilfegriffe wie auch der Brandschutz gilt es regelmässig zu üben», sagte sie. Vertiefung wünscht sie sich in der Kommunikation zu der Frage: Wie geht es mir als Mesmerin. Für Kathrin Tischhauser, seit Februar 2026 in Müllheim als Mesmerin tätig, war der Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen sehr wichtig. Dafür dürfte es bei einem weiteren Kurs mehr Zeit geben. Profitieren wird sie am meisten von der Auffrischung der Ersten Hilfe. Auch Martin Bär, der seit acht Jahren Mesmer in Märstetten ist, begrüsste die Auffrischungen. Besonders gefallen haben ihm die persönlichen Erfahrungen der Instruktoren. Als erfahrener Mesmer weiss er, wie abwechslungsreich der Job ist: «Man ist Tröster, teilt Freude, ist Hauswart und betreut Baustellen.» Kathrin Rüegg amtet seit 2021 in der Kirchgemeinde Affeltrangen, Braunau und Märwil. Vor der Fusion war sie Mesmerin in Braunau. Als grosse Herausforderung bezeichnet sie Hochzeiten oder Beerdigungen, wenn die Kirche richtig voll ist. An der Tagung waren für sie vor allem der Umgang mit dem Feuer wie auch die Erste Hilfe hilfreich. Rüegg sagt dazu: «Das Kennenlernen war genauso wertvoll.»