Ordination Schwester Susanne Oberhänsli und Andreas Schlegel: Ruhe in Jesus finden

Am Sonntag, 13. September 2026 wurden Schwester Susanne Oberhänsli und Andreas Schlegel von Kirchenrat Pfarrer Paul Wellauer in der evangelischen Kirche in Schlatt zur Diakonin respektive zum Diakon ordiniert.

Schwester Susanne Oberhänsli und Andreas Schlegel (r.) wurden von Kirchenrat Pfarrer Paul Wellauer. Bild: Claudia Koch

Von Herz zu Herz, von Ohr zu Ohr. So beschreibt Schwester Susanne Oberhänsli einen Teil ihrer Tätigkeit den zahlreichen Gottesdienstbesucherinnen und -besuchern. Sie arbeitet seit fünf Jahren als Mesmerin in Tägerwilen. Zuvor lebte sie als Diakonissin in der evangelischen Glaubens-, Lebens- und Dienstgemeinschaft Ländli. Dies erzählt sie zu Beginn des Gottesdienstes ihrem Sozialdiakoniekurskollegen Andreas Schlegel in einem kurzen Dialog. Oberhänslis Abschluss an der Höheren Fachschule für Theologie, Diakonie und Soziales TDS liegt bereits 20 Jahre zurück. Bei Andreas Schlegel, der in Schlatt als Sozialdiakon arbeitet, erst zwei Jahre. Entsprechend gab es unterschiedliche Fächer in ihrem Studium: Griechisch hat Oberhänsli später nie gebraucht und Schlegel erklärt ihr die Sozialraumanalyse. Was beiden nebst der theologischen Ausbildung gemein ist: Sie wollen sich als Diakonin und Diakon ordinieren lassen, um ihre seelsorgerlichen Dienste zu vertiefen.

In Christus bleiben
Eine weitere Gemeinsamkeit haben beide im Gebet entdeckt. Andreas Schlegel erzählt, wie er aus einer chaotischen Situation heraus wütend wurde. Ruhe fand er im Gebet zu Jesus, das für ihn zu einem täglichen Ritual geworden ist. Schwester Susanne Oberhänsli sagt: «Früher war ich viel spritziger, quirliger. Im Schwesternhaus bin ich zur Ruhe gekommen.» In der Gegenwart Gottes, im stillen Gebet, schöpfen beide Frieden und Kraft. Das sei umso wichtiger, betont Oberhänsli, da die Zeit um einen herum immer zerstreuter werde. In Christus zu bleiben und dort vertieft anzukommen, lautet das Ziel.

Tankstellen nutzen
Kirchenrat Pfarrer Wellauer nimmt Bezug auf das Motto des Gottesdienstes aus Johannes 15: «Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben». Manchmal sei es nötig, so Wellauer, einen Ast abzuschneiden, sich zu trennen oder anders zu denken. In solchen Momenten ist es hilfreich, verschiedene «Tankstellen» zu haben. Deshalb wünscht Wellauer den beiden Ordinanden viele Andock- und Tankstellen im wahren Weinstock Gottes, um aus der Quelle die nötige Kraft zu schöpfen. 
Musikalisch wurde der Gottesdienst von der Organistin Stephanie Senn sowie der Chileband umrahmt. Nach der Feier wurden die Gottesdienstgäste von der Kirchenvorsteherschaft Schlatt mit einem feinen Apéro verwöhnt.