Ordination durch Kirchenrat Pfarrer Paul Wellauer (links) von Diakon Stefan Maag, Romanshorn-Salmsach, Diakonin Verena Bösch, Tägerwilen-Gottlieben und Diakon Remo Rüegg, Münchwilen-Eschlikon. Bild: Claudia Koch
Ordination durch Kirchenrat Pfarrer Paul Wellauer (links) von Diakon Stefan Maag, Romanshorn-Salmsach, Diakonin Verena Bösch, Tägerwilen-Gottlieben und Diakon Remo Rüegg, Münchwilen-Eschlikon. Bild: Claudia Koch
Der lokale Pfarrer Lars Heynen nahm das Thema Rufen in seiner Begrüssung auf. Er erzählte eine Episode aus Michel aus Lönneberga von Astrid Lindgren. Darin stellt die Magd Lina nach einem Gottesdienst über die Schöpfung fest: Gott muss ein feiner Handwerker sein, so wie er die Schnörkel im Ohr gemacht hat. Tatsächlich kommt das Wort hören laut Heynen in der Bibel weit häufiger vor wie das Wort sehen.
Ruf Gottes
Verena Bösch, Diakonin in Tägerwilen-Gottlieben weiss, wen sie in der Not anrufen kann. Sie empfiehlt daher allen in ähnlichen Situationen den Psalm 50.15. «Gottes Leitung ist immer frei, er ist 24/7 erreichbar und es gibt keine Warteschlange mit nerviger Musik», sagte sie. Sie vertraut ganz auf Gottes Plan. Stefan Maag, Diakon in Romanshorn-Salmsach geht auf die Berufung des kleinen Samuel ein. Durch den Ruf lernt Samuel Gott kennen, was positive Auswirkung auf ganz Israel hat. Darum stellt sich die Frage: Wenn Gott ruft, hörst du zu? Remo Rüegg, Sozialdiakon in Münchwilen-Eschlikon sagte, dass Gottes Ruf herausfordernd sein kann. Er erinnerte an Mose, der ein ganzes Volk durch die Wüste führen musste. «Diakon oder Diakonin sein, ist eine Aufgabe, die zehrt», sagte Rüegg. Er forderte daher Verena Bösch und Stefan Maag heraus, von ihrer Berufung zu erzählen. Beide sind in der Jugendarbeit aufgewachsen. Verena Bösch sagte dazu: «Lange habe ich auf den Ruf gewartet, bis Gott mir die Türe geöffnet hat». Deshalb hat sie ihre Herzensarbeit zum Beruf gemacht. Stefan Maag war schon lange diakonisch unterwegs. Nach längerem Unterbruch fasste er wieder Fuss in der Jugendarbeit. Er habe lange gezögert, bis er spürte: Gott hat mich berufen.
Ausrufen wie Jesus
Remo Rüegg erinnerte an Johannes 10 und die Schafe, die Jesus einzeln beim Namen nennt und die seiner Stimme nachfolgen. Rüegg hatte sich zusätzlich eine kantige Bibelstelle ausgesucht, die er als Experiment mit allen Besucherinnen und Besuchern nachspielen wollte: Die Vertreibung der Händler und Geldwechsler aus dem Tempel. Er forderte die Gemeinde auf, lautstark Opfertiere zu verkaufen und Geld zu wechseln. Drei Anwesende sollten in diesem Tumult versuchen zu beten. «Diakon zu sein heisst auch, auszurufen, wie Jesus es getan hat», so Rüegg. Eine andere Aufgabe ist es, die Nächstenliebe zu leben. Wer hat schon Nächstenliebe als Jobtitel? Wobei seiner Meinung nach Diakonie im Alltag keinen Arbeitsvertrag braucht.
Verstärkter Segen
Kirchenrat Pfarrer Paul Wellauer dankte für die Bereitschaft, das Amt als Diakonin respektive Diakon zu übernehmen. Künftig werden sie Gottesdienste, Beerdigungen sowie Hochzeiten verantworten dürfen. Mit der Verpflichtung und der Ermächtigung sowie anschliessendem Segen durch Pfarrer Wellauer wurden Verena Bösch, Stefan Maag und Remo Rüegg ordiniert. Die Vertrauenspersonen sprachen Fürbitten. Am Schluss riefen die frisch Ordinierten mit einem Holztrichter der Gemeinde den Segen zu. Musikalisch wurde der Gottesdienst durch die Allianz Band Hinterthurgau mitgetragen. Zum anschliessenden ebenso reichhaltigen Apéro lud die Kirchenpräsidentin von Romanshorn-Salmsach Jeannette Tobler, herzlich ein.
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