Pfarrpersonen können zu 100 Prozent angestellt werden

An der Sitzung der Synode, dem evangelischen Kirchenparlament, am 17. November 2025 im Rathaus in Weinfelden wurde die Motion Butscher unter Dach und Fach gebracht. Das Budget 2026 wurde genehmigt sowie die Weiterführung der Fachstelle Start-up Kirche gutgeheissen.

Bildlegende: Pfarrer Haru Vetsch aus Frauenfeld leitete zum letzten Mal als Präsident die Synode der Evangelischen Landeskirche Thurgau. Bild: Claudia Koch

Auch an dieser Synodesitzung haben die 105 der 112 Synodalen intensiv und engagiert diskutiert. Befeuert wurde die Diskussion durch zahlreiche Anträge zu den einzelnen Traktanden. Dauerbrenner bei den Voten und Anträgen war einmal mehr die Motion Butscher. Dabei ging es um die Umsetzung und die Einreihung in die Lohnklasse von gewählten und angestellten Pfarrpersonen. Die Synode entschied, dass Pfarrpersonen zu 100 Prozent angestellt werden können. Zudem beschloss die Synode nach intensiven Diskussionen, dass die Kirchgemeinde eine angestellte Pfarrperson nicht tiefer in der Lohnklasse einordnen darf als eine gewählte Pfarrperson. Schliesslich wurden die beantragten Teilrevisionen mit sprachlichen Anpassungen definitiv angenommen.

Digitale Liederdatenbank
Zuspruch fand auch die Erstellung einer schweizweiten digitalen Servicestruktur für eine Liederdatenbank mit einem einmaligen Beitrag von 39'040 Franken. Kirchenrätin Gerda Schärer sagte auf die Frage nach den Kosten für die Kirchgemeinden: «Die prognostizierten Kosten liegen jährlich zwischen 250 bis 1’000 Franken. Je mehr Kirchgemeinden sich an dem Projekt beteiligen, umso günstiger wird es.» Auch kann die befristete Stelle Start-up Kirche bis Ende 2029 weitergeführt werden. Für ihre Arbeit erhielt Stellenleiterin Flavia Hüberli viel Lob. Ebenfalls gutgeheissen wurde, dass die Stelle in die neue Fachstelle Gemeindeentwicklung einfliessen soll, die aus den Bereichen inspirierende, bildende und strukturelle Gemeindeentwicklung besteht.

Zentralsteuerfuss bleibt bei 2.5 Prozent
Erfreuliches gab es auch in Sachen Budget 2026 zu vermelden. Die Geschäftsprüfungskommission GPK begrüsste die Sparanstrengungen des Kirchenrates und empfahl das Budget 2026 mit einem Ertragsüberschuss von 111'906 Franken zur Genehmigung. Hinterfragte Positionen wurden von den Mitgliedern des Kirchenrates ausführend erklärt. Diskutiert wurde etwa der Beitrag an das HEKS, das mit der Unterstützung einer Klage gegen die Zuger Firma Holcim für Irritation sorgte. Doch den Beitrag an das Evangelische Hilfswerk zu streichen, so weit wollten die Synodalen nicht gehen. Kritisch hinschauen wurde jedoch dem Kirchenrat empfohlen. Dem Budget 2026 sowie dem Verbleib des Zentralsteuerfusses bei 2.5 Prozent wurde stattgegeben.

Baurechtsvertrag genehmigt
Beim letzten diskussionsreichen Traktandum ging es um den Baurechtsvertrag mit der Stiftung «Kanzler». An der letzten Mitgliederversammlung des Thurgauischen Frauen- und Familienhilfe TEF wurde beschlossen, dass die Liegenschaften «Kanzler» in Frauenfeld und die Liegenschaft «Sunnehof» in Romanshorn an die Landeskirche als Schenkung übergehen. Der Kirchenrat hat mit der Stiftung «Kanzler» einen Baurechtsvertrag für den «Kanzler» ausgearbeitet. Nebst der gemischten Schenkung des Gebäudes wurde ein Zinssatz auf 1.75 Prozent für das Baurecht ausgehandelt. Die Synode folgten dem Antrag und genehmigte den Schenkungsvertrag mit dem TEF und den Baurechtsvertrag mit der Stiftung «Kanzler» mit deutlichem Mehr.

Kirchenrat nimmt Anliegen mit
In der Motion «Hinsehen am Lebensanfang» setzt sich Elsbeth Graf dafür ein, dass Fragen und Begleitung zum Lebensanfang vom Kirchenrat ähnlich wie das Thema «Den Weg zu Ende gehen» behandelt wird. Kirchenrat Samuel Kienast sagte, dass der Kirchenrat sich schwergetan habe, die Motion als nicht erheblich zu erklären. «Wir sehen dabei sehr viel Arbeit auf uns zukommen und wollen dies eher nationalen Gremien übergeben», sagte Kienast. Der Kirchenrat nehme jedoch die Anliegen für die Vernetzung und Sichtbarmachung des Themas mit. Die Motion wurde für nicht erheblich erklärt.
Am Schluss der Sitzung liess es sich Pfarrer Haru Vetsch nicht nehmen, an seiner letzten Synode als Präsident all jenen zu danken, die in den vergangenen Jahren diskutiert, engagiert, mitgedacht und mitgestaltet haben. Ein Drittel der Synodemitglieder wird zur nächsten Amtszeit, die im Sommer 2026 startet, nicht mehr antreten. Für das Präsidium wird weiterhin eine nicht ordinierte Person gesucht.