Zweifacher Abschied bei der Fachstelle Kirche, Kind und Jugend

Elisabeth Schönholzer und Jmerio Pianari gehen beide Ende Juli in Pension. Im Gespräch erzählen sie, wie sie zur Fachstelle Kirche, Kind und Jugend der Evangelischen Landeskirche Thurgau gekommen sind, welches die grossen Herausforderungen waren und womit sie den neuen Lebensabschnitt gestalten.

Bildlegende: Elisabeth Schönholzer und Jmerio Pianari, beide von der Fachstelle Kirche, Kind und Jugend, wurden an einem gemeinsamen Ausflug auf den Hohen Kasten von ihrem Team verabschiedet. Bildquelle: Marianne Pfändler

Ein kirchliches Format wie das «Fiire mit de Chliine» hätte sich die gelernte Psychiatrieschwester als vierfache Mutter gewünscht. Deshalb hat sie dieses Konzept, das sie vor über 25 Jahren an einer Weiterbildung als Sonntagsschulleiterin kennenlernte, begeistert. Kurzerhand führte sie die niederschwellige Feier mit kleinen Kindern und ihren Begleitpersonen in Kreuzlingen ein. 2002 wurde das Konzept Kirche, Kind und Jugend KKJ von der Synode gutgeheissen. Da sie bereits erste Erfahrungen mit dem «Fiire mit de Chliine» mitbrachte und auch für Beratungen angefragt wurde, bot man ihr die Leitung der Stelle beim KKJ an. Nach 23 ½ Jahren geht sie nun als letztes Gründungsmitglied in Pension.

Fokus auf Familienarbeit
Fortan bot sie Beratungen sowie Weiterbildungen im Bereich «Fiire mit de Chliine»an, befähigte Mitarbeitende und stellte Ideen, Materialien und Fachwissen zur Verfügung. In der überkantonalen Zusammenarbeit (SG, ZH, BE, AR, AG, GR, TG) legte man den Fokus auf Familienarbeit in den Kirchgemeinden mit dem Ziel, den Familien mehr Raum im innerkirchlichen Leben zu geben. Schönholzer war ebenfalls für das jährliche Kursprogramm des KKJ verantwortlich, zu Beginn als Faltblatt, dann als Heft und heute nur noch digital. Dank ihres Interesses für den Bereich PC und Homepage verantwortete sie bald die administrativen Arbeiten auf der Homepage für den Bereich KKJ. Die Digitalisierung nennt sie als grosse Herausforderung: Heute fliessen viele Informationen online, Informationen werden auf Google gesucht statt bei der Fachstelle. Zudem geht die Bereitschaft, Weiterbildungen vor Ort zu besuchen, zurück. 

Ein Flair für Bücher
Bei Jmerio Pianari war es der Wunsch, mehr mit Menschen insbesondere mit Jugendlichen zu arbeiten, der ihn 2006 in den Thurgau brachte. Der ausgebildete Handwerker aus dem Raum Basel absolvierte in Greifensee die Ausbildung zum Diakon und arbeitete als Jugendarbeiter und Diakon in Kreuzlingen. Seit 2017 leitete er die Medienstelle Religion im Campus der Pädagogischen Hochschule Thurgau und war Mitarbeiter bei der Ausbildung Religionsunterricht. Zu seiner Arbeit gehörte der Ausleihdienst, der Erwerb von Büchern, deren Katalogisierung sowie die Bestandespflege. An den Ausbildungstagen war er für musikalische und spielerische Kurselemente zuständig. 
Auch wenn bei seiner Arbeit die Digitalisierung Einzug gehalten hat, findet er gerade für die katechetische Ausbildung die haptische Wahrnehmung von Büchern wichtig. Wie etwa Büchertische bei Kursen. Auch der Bereich Film hat sich weg von der DVD hin zum Streamen verlagert. Auf all die vielen digitalen Veränderungen, die unterschiedlichen Kanäle verzichtet er künftig gerne. Trotzdem möchte er die abwechslungsreichen Jahre nicht missen.

Zeit für Musse und Hobbys
Während Elisabeth Schönholzer plant, für den neuen Lebensabschnitt mehr Zeit für Garten, Nähen, Enkel und Familie zu haben, wird Jmerio Pianari Pilgerbegleitungen und musikalische Erzählanlässe für Seniorennachmittage anbieten. Für beide gilt: Mehr Raum haben für Musse und stille Momente. Was beide ebenfalls verbindet: Ein grosses Dankeschön an die Mitarbeitenden der Fachstelle KKJ und die Landeskirche.