Niklaus von Flüe

Bruder Klaus – der nahe Fremde

2017 jährte sich das Geburtsjahr von Bruder Klaus zum 600. Mal. Ein Mensch aus einer fernen, anderen Welt: Wohlsituierter Bauer zunächst, Richter und Offizier, Vater von zehn Kindern – und dann: Weggang von der Familie und Leben in der Ranft-Schlucht. Ein Eremit, für manche auch ein Kuriosum. 

Hat er heute noch etwas zu sagen? Eine seiner Visionen geht so: Er sieht auf einem Platz viele Menschen, die emsig arbeiten und doch mausarm sind. Daneben steht eine schön gebaute Kapelle. Die Türe ist offen. Er geht hinein und findet einen Brunnen, aus dem drei Ströme fliessen: Wein, Öl und Honig – alles kostbare Essenzen. Bruder Klaus geht in seinem Traum wieder heraus und schaut, was die Leute tun: Einige haben einen Zaun gezogen und verlangen Geld von jedem, der passieren will. Andere spielen auf oder arbeiten als Schneider und Schuhmacher. Alle jagen dem Geld nach und bleiben doch arm. Niemand geht zur Quelle, um zu schöpfen

Ohne allzu viel Phantasie lässt sich darin ein Bild für unsere Gesellschaft erkennen. Das Wertvolle ist zum Greifen nahe, doch die Menschen vertun ihr Leben mit Allerlei „und bleiben doch arm“. Es kann sich also durchaus lohnen, sich auch heute mit Niklaus und seiner Frau Dorothee auseinanderzusetzen. Gerade ihr so ganz anderes Lebenskonzept kann unseren Blick für das Wesentliche schärfen und uns auf unserer eigenen spirituellen Suche inspirieren.

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