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Kirche sein und Kirche leben in der Ausnahmesituation

Die kirchliche Gemeinschaft steht nicht still. Kirche lebt mit Corona und mit Veränderung. Konkrete Hoffnungszeichen und praktische Hilfe drücken Gemeinsamkeit auf allen Ebenen aus.

 

Der Kirchenrat Evangelische Kirchenrat des Kantons Thurgau hat mit Freude festgestellt, dass sich in den Kirchgemeinden gute Ideen entwickelt haben, wie Kirche trotz Coronavirus-Notstand wirken und für die Menschen da sein kann. Mit einer Ideensammlung will er die Verantwortlichen in den Kirchgemeinden unterstützen. Denn sie sind jetzt in dieser Ausnahmesituation besonders gefordert, den Menschen Mut zu machen, ihnen Hoffnung und Trost zu spenden aber auch mit praktischer Hilfe für sie da zu sein. Stark ist auch das ökumenische Miteinander auf allen Ebenen.

Aktion «Kerzen vor dem Fenster»
Ein sichtbares Zeichen der Hoffnung ist die Aktion «Kerzen vor dem Fenster». Die Bevölkerung wird eingeladen, jeden Donnerstagabend um 20.00 Uhr vor dem geöffneten Zimmerfenster eine Kerze der Hoffnung anzuzünden und für die Erkrankten, das Gesundheitspersonal und die Einsamen und Isolierten zu denken und zu beten. Dieses Hoffnungszeichen basiert auf Anregung der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz EKS und der Schweizerischen Bischofskonferenz SBK. Die Kirchen denken auch an gemeinsames Glockenläuten. EKS und Bischofskonferenz planen eine besondere Aktion für Ostern.

offene Kirchen für Gebet – Gottesdienste im Internet
Auch wenn Gottesdienste und Veranstaltungen verboten sind, bleiben die Kirchen offen. Die Gemeinden können den Besuchenden dort Möglichkeiten einrichten zur Stille, Gebet und Besinnung. Die Menschen müssen aber darauf achten, dass der Mindestabstand von zwei Metern zwischen ihnen eingehalten ist. Live-Gottesdienste über Streaming im Internet
Der Kirchenrat ermuntert die Kirchgemeinden, sich regional auszutauschen, welche Kirchgemeinden über Streaming im Internet Gottesdienste anbieten kann. Die Landeskirche wird ihrerseits ab Samstag, 21. März 2020 unter www.evang-tg.ch/streaminggottesdienste/ eine Auswahl von Streaming-Gottesdienst-Angeboten von Thurgauer Kirchgemeinden veröffentlichen.

Seelsorge: Telefon statt Direktkontakt
Die Kirchgemeinden ermuntern die Bevölkerung, sich mit ihren Sorgen per Telefon an ihre Pfarrerin oder ihren Pfarrer zu wenden. Die Pfarrpersonen möchten mit kranken und einsamen Menschen in Kontakt bleiben. Auch die persönliche Seelsorge im Spital durch Gemeindepfarrerinnen und -pfarrer wird weitergeführt. Nur werden ihre Besuche jetzt durch seelsorgerliche Gespräche am Telefon ersetzt.

Viele Kirchgemeinden sind bemüht, Menschen, die wegen der Coronavirussituation im Alltag praktische Hilfe benötigen, aktiv zu unterstützen. Auch so konkrete Anliegen nehmen die Pfarrerinnen und Pfarrer per Telefon gerne auf.

Ernst Ritzi /Brunhilde Bergmann

Immer donnerstags: sichtbares Hoffnungszeichen im Fenster

Kommentare (4)

  • Christian Herrmann
    vor 2 Wochen
    Sehr geehrter Herr Bügler
    Ich glaube, Sie haben da etwas falsch verstanden. Die kirchenrätlichen Empfehlungen sind bestimmt nicht so auszulegen, dass nun alle Pfarrer/innen nur noch zuhause sitzen und Predigt schreiben. Vom Gegenteil können Sie sich überzeugen, wenn sie einen Streifzug durch die Angebote auf den Internetplattformen der einzelnen Kirchgemeinden machen. Es gibt mit Sicherheit keine/n Pfarrer/in, der/die auf einen Ruf im dringenden Fall nicht Hausbesuche machen würde.
    • Christian Herrmann
      vor 2 Wochen
      Sehr geehrter Herr Bügler
      Einerseits haben sie vollkommen Recht, andererseits ist es in der gegebenen Situation eher sinnvoll, erst auf Anfrage oder Ruf bei den Kirchbürgern vorbei zu gehen, da jeder persönliche Kontakt den/die zu Besuchende/n gefährden kann. Darum sehe ich aufgrund der bundesrätlichen Anordnung bei Pfarrern/innen den Besuch auf Anfrage sinnvoll. Die Ärzte gehen auch nicht aktiv auf die Menschen zu, sondern reagieren dort, wo man sie ruft, oder wo der/die Patient/in zu ihnen gebracht wird. Bei allen anderen, wo man Einsamkeit oder Not vermutet, soll aktiv angerufen werden und gefragt werden, ob ein Besuch gewünscht ist. Das tue ich und genau so habe ich den kirchenrätlichen Aufruf verstanden.
      Ihren ersten Kommentar kann ich voll unterschreiben, ausser der spitzen Bemerkung mit der Predigt. Solche Sticheleien haben wir in der jetzigen Situation nicht nötig und sie nützen auch nichts.
    • Emil Bügler
      vor 2 Wochen
      Sehr geehrter Herr Herrmann ich will nicht alle Seelsorgerinnen und Seelsorger über einen Kamm Scheren, aber seien wir ehrlich den "Shutdown" in der persönlichen Seelsorge gibt es nicht erst seit der Corona Kriese, es macht Ihn nur nochmals deutlich. Viele Kirchenaustritte werden gerade auch damit begründet, dass sich viele Gläubige im Stich gelassen fühlen und da reicht das Angebot nicht, dass das Schäfchen auf Die oder oder Den Seelsorger zugehen sollen, sondern dann muss der Hirte oder die Hirtin auch einmal den Hirtenstab einsetzen und das "Schäfchen" zu sich holen! Und das geht nun mal nicht mit Kerzen und dem läuten von Kirchenglocken oder dem Wühlen im Kirchenarchiv um wider einmal eine Festschrift heraus zu geben, für die sich am ende niemand interessiert! Nutzen wir doch die Kriese gerade auch zur Reformation der Reformierten Kirche, damit diese auch die nächsten 150 Jahre überleben mag!
  • Emil Bügler
    vor 2 Wochen
    Stellen wir uns vor das Pflegepersonal wäre nur noch via Telefon und Streaming für die Kranken da!
    Die Kirche sollte nicht nur delegieren, sondern gerade jetzt persönlich an den Haustüren der "Schäfchen"
    vorbeischauen, selbstverständlich unter den gebotenen Vorsichtsmaßnahmen, zeit wäre ja da, wenn man nicht die ganze Woche an einer Predigt schreiben muss!

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