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Nollen-Gottesdienst zum 1. August findet diesmal in der Kirche statt

Der Gottesdienst, der in den letzten Jahren jeweils am Morgen des Schweizer Nationalfeiertags auf dem Nollen stattfand, wird dieses Jahr am Sonntag, 1. August 2021, um 9.30 Uhr in der evangelischen Kirche in Schönholzerswilen durchgeführt.

Als Initiantin ist die in Bischofszell lebende Pfarrerin Christa Heyd mit ihrem Team glücklich, dass die schöne Tradition der ökumenischen Nollen-Gottesdienste zum Nationalfeiertag fortgesetzt werden kann. Zusammen mit Pastoralassistent Niklaus Hofer gestaltet sie den Gottesdienst zum Nationalfeiertag. Für den musikalischen und gesanglichen Rahmen sorgen die 10jährige  Nachwuchssiegerin in Viva Volksmusik Malina Grimm und ihr Lehrer Stefan Schnyder am Alphorn, die Jodlerinnen Andrea, Christina und Daniela und Nathalia Jäger an der Orgel. Zum festen Bestandteil des Gottesdienstes zum 1. August gehört auch das Gebet für die Schweiz mit Politikern. Mit dem Kirchenvolk beten Daniel Frischknecht, Jürg Wiesli, Christian Lohr und Fritz Wälchli für die Schweizer Heimat.

Arbeitsfrei wurde der 1. August erst 1994
Zum Nationalfeiertag 2021 hat sich Pfarrerin Christa Heyd unter dem Titel «Vom Geheimnis der Schweiz» Gedanken zu den «geistlichen Wurzeln» der Schweiz gemacht: «Obwohl der 1. August kein biblischer oder kirchlicher Feiertag ist, wird dieser Tag seit 1994 als arbeitsfreier Tag gefeiert. Auch wenn das Datum des Rütlischwurs nicht sicher belegt ist, wollten die Berner am 1. August 1891 das 700jährige Bestehen der Stadt Bern in Verbindung mit einer 600-Jahr-Feier der Eidgenossenschaft begehen. Man bezog sich auf den Bundesbrief von 1291, der den Bund der drei Urkantone festhielt. Es werden von 1251 bis 1386 ingesamt 82 Dokumente gezählt, mit denen ähnliche Bünde besiegelt wurden. Mit dem Rütlirapport von General Guisan vom 25. Juli 1940 verband sich der Rütlischwur in einer Zeit Bedrohung im Zweiten Weltkrieg noch stärker mit dem Nationalfeiertag. Arbeitsfrei wurde der 1. August erst viel später: Die Volksinitiative für einen arbeitsfreien schweizweiten Bundesfeiertag wurde 26.9.1993 angenommen.»

Seit 2014 Gottesdienste zum Nationalfeiertag auf dem Nollen
Pfarrerin Christa Heyd sieht im Bundesgedanken einen Roten Faden, der die Schweizer Geschichte durchzieht. Der zur Tradition gewordene Gottesdienst zum Nationalfeiertag auf dem Nollen soll dazu beitragen, sich in einer Zeit «zunehmender Unverbindlichkeit und Bindungsscheu» auf die tragenden Grundlagen zu besinnen. Pfarrerin Christa Heyd lässt die Themen Revue passieren, die an den Nollen-Gottesdiensten zum Nationalfeiertag seit 2014 angesprochen wurden:
2014: «Betet   freie Schweizer betet» - Unser Schweizerpsalm als Liebeserklärung an Gott und die Heimat dürfte einzigartig sein unter allen Nationalhymnen mit dem Ruf zum Gebet.
2015: «Im Namen Gottes» - die ersten fünf Worte unserer Bundesverfassung von 1848. Ehren wir den Namen des Höchsten?
2016: «Dominus providebit» - Die Inschrift auf dem Griffrand des Fünflibers sagt uns: Gott sieht voraus und sorgt vor.
2017: Niklaus von der Flue, 1417-1487 - unser gemeinsamer Landesvater, Fürbitter, Vor-Reformator und Retter der Heimat 1481 - einer in der «Wolke der Zeugen»
2018: «170 Jahre Bundesverfassung im Namen Gottes 1848.» Nach dem letzten Bruderkrieg der Schweiz (Sonderbundskrieg 1847) werden Besiegte als Brüder aufgenommen, dank der Weisheit von General Dufour. Aus dem losen Staatenbund wird ein Bundesstaat.
2019: 140 Jahre «Heidi» von Johanna Spyri, die 1879 das bekannteste Werk der Schweizer Literatur zu schreiben begann. Sie knüpft an Ursehnsüchte an. «Heidi» ist so etwas wie die Geschichte einer Heimkehr im doppelten Sinn: Heim in die Schweizer Berge und Heim zum Schöpfer.
2020: «Einer für alle - alle für Einen» steht in der Bundeskuppel im Bundeshaus Bern. Man kann dabei an den Opfertod von Winkelried denken und das Lebensopfer von Jesus Christus, das im Schweizerkreuz aufleuchtet.
2021: Thema: 730 Jahre Rütlibund
«Der Bund» mit Gott und Menschen als Quell des Segens für unser Land - wohl einzigartig in Europa. Die Schweiz - schon geographisch in Herzform in der Mitte Europas - dürfte mit ihrem ausgewogenen Bund der Kantone mit ihren verschiedenen Sprachen und Kulturen zum Herz und Vorbild werden für Europa.

Nach dem Gottesdienst laden zwei Kantonsräte zu einer kleinen Wanderung von Schönholzerswilen zum Nollenkreuz ein - mit Einkehrmöglichkeit im Höhenrestaurant auf dem Nollen.