Ich wollte, ich wäre ein Osterhase! Dann würde ich nämlich ein Gänseblüemli zwischen meine Zähne nehmen, mit meinen langen Ohren wackeln und in die Kamera lächeln. Und alles wäre gut. Fröhliche Ostern. Aber nun bin ich keiner. Sondern ein Mensch. Und ich lese Zeitung, scrolle mich durch die sozialen Medien und höre Nachrichten. Ich mache mir Sorgen um die Stimmung in der Gesellschaft, um Generation X und das Klima, um die Kirche und um die Weltlage. Und ich lese biblische Texte, höre Predigten und glaube daran, dass Jesus Christus am dritten Tage auferstanden ist.
Nicht weghüpfen, Mensch! Hierbleiben. Aushalten. Den Karfreitag und das Kreuz. Das Chaos und die Überforderung. Den Hass und den Tod. Das Gänseblümchen ausspucken - oder erst recht drinbehalten, je nach Charaktertyp. Und glauben an das Unglaubliche. Dass immer wieder und irgendwann für alle der Stein weggerollt wird und das Leben beginnt.
Frohe Ostern!
Christina Aus der Au, Kirchenratspräsidentin